Verkauf der Betriebsgesellschaft

Privatisierung der Krankenhäuser



Der finanzielle Druck zu baldigem Handeln wird neben der unzureichenden Pflegesatzbasis, dem angewachsene Jahresdefizit von etwa 2 Millionen bei Altlasten von etwa 30 Millionen Mark (IZ 7.8.99) und durch die zunächst nur auf dem Papier trotz hoher Zinsersparnis entstandenen Spekulationsverluste der Betriebsgesellschaft durch Yen-Geschäfte in Millionenhöhe verstärkt. Die Suche nach den Verantwortlichkeiten hält auch im Jahre 2000 noch an.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Idsteiner Krankenhauses treten im September 1999 zu einer Streikversammlung gegen die geplante Gesundheitsreform zusammen. Sie befürchten eine Bettengefährdung in der Fläche, von der das Idsteiner Krankenhaus besonders betroffen sein könnte. Der Idsteiner Anzeiger berichtet über diese Versammlung mit einem Foto auf dem Personal, Geschäftsführung, Ärzte und Personalrat vor dem Krankenhaus zu sehen sind.

Dieser finanzielle und gesellschaftliche Druck hat zu weiteren Bewegungen geführt, der Rheingau Taunus Kreis rückt zunehmend von seiner durch Herrn Landrat Frietsch im Wiesbadener Kurier vom 22. Januar 1992 auf Grund einer Pressemitteilung veröffentlichten Äußerung, "ein Kaufangebot liegt uns nicht vor und es besteht auch keine Absicht das Haus zu verkaufen", ab und der Verkauf und die Privatisierung der Krankenhäuser in Idstein und Bad Schwalbach (von der FDP 1994 wegen Überforderung des Kreises als Krankenhausträger bereits vorgeschlagen 19940517IZ) werden neu diskutiert. Kurz vor dem Ende seiner Wahlperiode verkündet Landrat Frietsch den Plan des Verkaufes an eine private Betreibergesellschaft, die politischen Parteien stimmen diesem bei und auch die Stadt Idstein befürwortet durch Herrn Bürgermeister Hermann Müller den Verkauf, "der Kreis werde finanziell entlastet und überdies von einer Aufgabe befreit, für deren Erfüllung er wenig kompetent sei"(FAZ 21.06.2000)!
Grundsätzlich besteht jedoch allgemein der Wille zur Erhaltung des Krankenhauses in Idstein in seiner Funktion als Krankenhaus der Grundversorgung.
Im Frühjahr 2000 wird nach langer sorgfältiger Prüfung - der neu gewählte Landrat des Kreises Bernd Röttger hatte das Problem zu Chefsache erhoben - der bevorstehende Verkauf der Krankenhausbetriebsgesellschaft an die Wittgenstein Kliniken Allianz GmbH in Bad Berleburg zum 1.1.2001 bekannt gegeben ( IZ 31.03.2000).

Bereits vor der Übernahme der Kliniken gibt die neue Betreibergesellschaft ihre Absicht zur Erstellung eines neuen Krankenhauses als Gesundheitszentrum zu erkennen und sucht in Idstein einen geeigneten Bauplatz. Dieser wird im neu entwickelten Baugebiet "Nassauviertel" geplant aber dann "In der Eisenbach" gefunden.
Die Verwirklichung dieser Idee dürfte den Bestand des Krankenhauses mit 80 Patientenbetten in verbesserter Form für die nächste Zukunft garantieren und die Diskussionen der letzten Jahre hierüber beenden.

 

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