F-J

Die Namen wurden jahrzehntelang von Mund zu Ohr weitergegeben. Die Schrift kann das mundartlich Gesprochene nur unvollkommen festhalten.
Deshalb: Was man unter b, c, d und e nicht findet, suche man unter p, k, t und ö (ä).
Das Zeichen > am Namen verweist auf ein anderes Stichwort.

F
Fänger
Karl Christ, Grunerstraße; viele Christs waren Fängers, aber der "Ur"- Fänger, der Fußballtorwart Karl, gab den Namen.
Feixe-Stecher >Stecher
Feldschütz
Scheppe-Hermann, Bruder vom >Scheppe-Dicker
Fettdippe
Langendorf sen.
Fett-Mienche, Fette-Mienche
Minna Schäfer, war in der Lederfabrik Lückel sen. für das Lederfett zuständig; der Reiz ihres Uznamens lag darin, daß sie eher mager war.
Fichte
Herr von Fichte, Anstaltsinsasse, angeblich Nachkomme des Freiheitsdichters Gottlieb Fichte. Fichte kannte den Gotha, den deutschen Adelsführer, auswendig.
Flasch´
Rübsamen-Karl, bei >Amutz
Flit
Erich Altmann, Drogerie, Ecke Löhergasse / Rodergasse. Er hatte im Schaufenster die Werbung für "Flit"- Mückensprüher kleben.
Fritze-Bollo
Karl Fritz, Magdeburgstraße, Schlosser, guter Fußballtorwart
Fritz-Fritz
Fritz Ziegenmeier, Rodergasse (Landesbank), Textilhaus. Enkel: ......Lang
(Fritz-Fritz-Gummibein?)
Fürrersche
Adolf Tappé jun., 1902 - 1951
Fuhrmann
Heinz Wigand (1891-1977), Im Güldenstück, Baurat; mimte einen Fuhrmann bei einem Festumzug der Bauschüler
(= Studierenden der Baugewerkschule (Bauschule) Idstein).
Furcher
Hermann Weber, Landwirt, Escher Straße; zog auf dem Acker präzise eine Furche wie die andere

G
Gaase-Marie
Anna Junior, Untere Schloßgasse, beförderte mit einem Gespann von Ziegen Milch vom Kappus zur Bahn. Trug immer lange Röcke
Gandhi
Der alte Kröck, langes weißes Hemd, machte im Schwimmbad immer Gymnastik.
Gauzer
Karl Junior (1873-1937), Himmelsgasse, Brauereiarbeiter; benannt nach seiner polternden Art. Besser noch: "Russe-Karl". War jahrzehntelang Bierzapfer bei Festen in den Zelten des Idsteiner Landes. Kinder: Karl, Gustel Michel und Erna Poths.
Gerber-Schöpp
Sein Haus stand in der Kurve am Beginn des Max-Kirmsse-Wegs, jetzt Wäscherei Christ.
Gickel-Ferdnand
Bauer Höngen, Limburger Straße, hatte eine Stimme wie ein Hahn. Söhne: Walter und Herbert Höngen, Am Ackergrund.
Gießkännche >Scheitelche
Gift
1. Wilhelm Kappus (1857-1918), Bruder vom >Bauschüler, >Renz.
2. Herbert Grün, gefallen 1945, der Sohn von Lehrer Alfred Grün; Benennung nach der giftigen (aufbrausenden) Art, auch Giftig genannt.
Glienisch
Heinz Müller (1929-1979), Fürst-August-Straße, Bauingenieur, hatte Augen wie glühende (glienische) Kohlen. Frau Karin, geb. Degenthof, Kinder Olaf und Gabriele.
Glitzerwatz
Sattler Christ
Gollo
Theodor Greuling (1896-1981), Wiesbadener Straße, Textilhaus, Name nach einer Figur in einem Theaterstück (Gollo war begeisterter Amateurschauspieler). Kinder Waltraud, Werner und Adolf
Gootche (Godche)
Bauersfrau Rübsamen, Weiherwiese; sie war lieb, nett und "goot" (gut).
Greulings Dörrer
Vater von Heini G., Bauer, Wiesbadener Straße
Gutenberg
.....Oppenheimer, Synagogendiener; Drucker, von kleinem Wuchse

H
Haafreh
Heinrich Feix (>Diplomat), Seelbacher Straße; er hatte einen "Haufen Rehe" gesehen.
Habbich-Habbich >Macco
Benennung nach seiner ständigen Rede beim Fußball.
Häckelsche
Heinz Schumann, Bahnhofstraße, Ingenieur und guter Leichtathlet, Sohn von LehrerAugust Schumann; ging jeden Abend mit einer Harke auf den alten Turnplatz und harkte die Sprunggruben.
Hämmerche
Emil Barthel, Bahnhofstraße, Dachdeckermeister; Enkel: Fritz B. junior. Der Name vererbt sich weiter!
Hammerdull
Heinz Michel, Sohn des "Dicke-Willem" aus erster Ehe; Benennung nach einer Karl-May-Figur (Dick Hammerdull), die er während der Kinderlandverschickung in Pommern bei Festspielen bewundern durfte. Bruder "Bubi", Kanada
Hamphilipp
Karl Ruppert (1864-1931), Himmelsgasse, Hotel "Zum goldenen Lamm"
Hannam
Gaase-Ausräumer (bei Geburten)
Hatschemer
Herrmann Grüninger, Lederfacharbeiter, wohnte im "Gendarmenhaus" (?) in der Ernst-Töpfer-Straße
Hatzi-Fritz, Hatschi
Fritz Schäfer, Himmelsgasse (Klinkerhaus neben dem "Taunus"), lebte in der Familie Bachmann (neben dem Metzger Roos), hatte einen "kleinen Stoß".
Havanna-Link >Zigaan-Link
Havanna-Schmidt
>Ärmche
Häwenner
Carl Seib (1880-1957), Rodergasse, Häfner und Haushaltswarengeschäft
Hawra
auch: Harwa, französiche Besatzungssoldaten in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Der pensionierte Tierarzt Schütz erinnert sich an die Feste der Marokkaner auf dem Gelände des jetzigen Steinmetzbetriebes Herden (früher: Link):
"Die saaße um´s Feuer, hatte enn Ochs gebrate unn habbe dazu gesunge:
Harwa, haswa, hanaschi,
utschebebbes, nadin bebbek!"
Hebbes
Walter Hartmann, Kirchendiener, Zuckerberg; Sohn von "F.". Benennung nach dem Lachen, das sich wie das Gehebbes eines Gaasjes anhörte. Brüder: Karl, Heinrich und Albert.
Heckemüller-Emil
Heckemüller-Karl
Beide von der Heckenmühle stammend; Karl Wiegand, Landwirt, Borngasse und Emil Wiegand, Landwirt und Pferdekutscher, Veitenmühlweg-Peedche (= Pfad).
Hecker
Christian Schütz, Metzgermeister, Judengasse; sang oft die dritte Strophe des "Heckerliedes", benannt nach dem Vorkämpfer der deutschen Einheit, Friedrich Hecker. Sohn: Paul, Bademeister (1899-1962), Enkel: Karl, Bauingenieur und Gerhard
Heftricher Kuckuck
Kam täglich zu Fuß von Heftrich nach Idstein, hatte immer Rucksack und Stock dabei.
Heldin
Else Beuerbach, verheiratete Mühlner; spielte überzeugend die Titelrolle in dem Theaterstück "Die Heldin von Transvaal".
Heimvadder
Gottlieb Wrubel, Er war Gutsverwalter für den Bauernhof des Landesaufnahmeheims (heute: Bauhof der Stadt Idstein), hatte einen strengen Gesichtsausdruck; mit ihm war den Kindern gut drohen: "Wenn ihr nitt brav seid, kemmt de Heimvadder!"
Töchter Emma (Weiß), Auguste (Feyand) und Anna (Michels)
Hemmetz
Friedrich Hess (1864 -1943), Metzgermeister, Weiherwiese; Zusammenziehung von"Hesse-Metzger"
Herr Inschinör >Inschinör
Herrsche-Moritz
Moritz....., Kaffegasse; kaufte Kleintierfelle auf.
Heuler
Karl Lückel sen.; er besaß eine Lederfabrik Ecke Limburger Straße / Am Kalkofen.
Hille-Bollo >Bollo
Hutche, Christian-Hut'che
Christian Vietor, Schreinermeister, Borngasse; Laufbrunnen im Hof. Zum Bürgermeister Leichtfuß bestellt, zog er einen Zylinder zur Arbeitskleidung (!) auf!

I
Inschinör
Adolf Michel, Elektrogeschäft Ecke Wiesbadener- / Limburger Straße, jetzt Elektro-Fleischhauer
Itze-Karl, Itzekarline
Karl Schmidt, Schulgasse, Straßenkehrer mit Tochter.
Itzigs-Max
Kahn, jetzt Eckhaus Rodergasse / Löhergasse
Iwan
Alfred Hintermeier, Schwager von Seppel Hohly, hatte ein Café in der Weiherwiese (der "Schreckliche").

J
Jährling
Löwenstein, Jude, verschenkte das Hinterteil der Gaas, das er aus Glaubensgründen nicht verzehren durfte.
Jett' >Beste-Jett
Jettche
Hebamme Link
Jimmy (shimmy) >Mittelstand
Schuster Otto Baum, Zigarren- und Sportgeschäft; er trug dieselben Schuhe wie dieTänzer des Modetanzes der 20er Jahre, des "shimmy".; herausragend waren vor allem die weißen Gamaschen!

 

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