Idstein:

Nicht nur die sehr gute Nutzung der Kapazität spricht für das Ansehen des Kreiskrankenhauses Idstein in der Öffentlichkeit, auch Presseberichte lassen es immer wieder erkennen. So hieß zum Beispiel in der Pfingstausgabe 1968 der Idsteiner Zeitung die Überschrift zum Artikel über den Prüfungsbericht 1966: "Stetig wachsendes Vertrauen zu den Kreiskrankenhäusern", wobei das Idsteiner Haus besonders hervorgehoben wurde. Am 5. März 1969 war zu lesen: "Idsteiner Krankenhaus überbelegt. Kranke werden immer gut versorgt", wenngleich "Kranke oder Verletzte auch hin und wieder mit ihrem Krankenbett im Korridor stehen. Doch das, so konnte uns Chefarzt Dr. Volkmann glaubhaft versichern, tut einer guten ärztlichen Betreuung keinen Abbruch".

Besonders aufschlußreich ist hierzu ein Kommentar, den die Idsteiner Zeitung im Februar 1970 unter der Überschrift "Krankenhaus mit Herz" veröffentlichte - leider ohne Namen oder wenigstens Namenszeichen des Verfassers. Ein Kernsatz des hier im Faksimile wiedergegebenen Textes lautet: "Das ganze TEAM ist liebenswert"! Die Überschrift wurde später von Herrn Dr. Achenbach in chirurgischem Sinn modifiziert und im erweiterten Sinne aufgegriffen, wenn er häufig sagte: "Wir sind ein Krankenhaus mit Herz und Hand".
Die Anerkennung fand schließlich auch Ausdruck bei Würdigung von Persönlichkeiten. So hieß es zum 25jährigen Dienstjubiläum der Operationsschwester Maria Rimpel unter anderem: "Es ist eine schwere, verantwortungsreiche Aufgabe, der sich Schwester Maria mit Freude verschrieben hat... Durch ihr gleichbleibend freundliches und ausgleichendes Wesen ist Schwester Maria eine geschätzte Mitarbeiterin". Schwester Maria ging 1974 in den Ruhestand, hat aber in den folgenden Jahren noch häufig im Krankenhaus ausgeholfen, insbesondere dann, wenn ihre Nachfolgerin Schwester Johanna Linne verdienten Urlaub machte oder sich zur Fortbildung befand.

Hohes Lob galt auch Oberschwester Irene Schreiber, als sie im Juli 1976 nach 45 Jahren Berufstätigkeit, davon allein 25 Jahre als Oberschwester in Idstein, in den Ruhestand trat. Verwaltungsleiter Helmut Mösner stellte fest: "Sie waren eine sehr fleißige, eine sehr umsichtige und eine stets hilfs- und dienstbereite Oberschwester, die den gesamten Betrieb des Kreiskrankenhauses Idstein fest in der Hand hatte und alle Dinge zum Wohle der Patienten und auch des Personals geregelt hat". Den Dank der Bürgerschaft, insbesondere derer, die schon als Patienten hier waren, übermittelte als langjähriger Sprecher des MGV 1942 beim Weihnachtssingen im Krankenhaus Gerd H. Boettger, der betonte, Oberschwester Irene habe es stets verstanden, eine wohltuende, menschliche Atmosphäre im Haus zu schaffen, die nicht nur für die Mitarbeiter, sondern für den Kranken und Hilfesuchenden von besonderer Wichtigkeit sei. Sie verstarb 1978, hatte in den zwei Jahren nach ihrer Pensionierung immer wieder im Krankenhaus mitgearbeitet. Anerkennungsvoll die Worte des Chefarztes Dr. Achenbach an ihrem Grab: "Schwester Irene Schreiber hat sich um das Kreiskrankenhaus Idstein verdient gemacht".
Die Fotos zeigen Oberschwester Irene im Fenster ihres Zimmers (sie wohnte lange Zeit im Krankenhaus) und bei der Arbeit als Assistenz bei Operationen und bei der Durchführung von Narkosen. Sie belegen die Vielfalt des Arbeitsfeldes einer Oberschwester in jener Zeit.

 

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