Q-U

Die Namen wurden jahrzehntelang von Mund zu Ohr weitergegeben. Die Schrift kann das mundartlich Gesprochene nur unvollkommen festhalten.
Deshalb: Was man unter b, c, d und e nicht findet, suche man unter p, k, t und ö (ä).
Das Zeichen > am Namen verweist auf ein anderes Stichwort.

R
Rabert
Karl Engel, Borngasse. Beim Ausheben eines Rabennestes sagte er: "Der erste, der enunnerfällt, iss mei'". Er fiel als Erster herunter.
Raue-Butz
Gustav Rau (1885-1968), Borngasse
Rehlein
Karl Sprenger, tänzelte beim Fußball.
Reimanns-Karlche
Karl Reimann, Rodergasse, Zimmermann: Idsteiner Original. Sang in der Kron' (Gaststätte "Zur Krone, heute "Grüne Drogerie")) die schönsten Lieder
Renz >Gift, Renz und Gift
1. Friedrich Kappus (1850-1922), Brüder >Gift, >Bauschüler. Nach dem Ende seiner Militärdienstzeit ritt Renz wie beim Zirkus "Renz" rückwärts die Obergasse hoch.
2. Reiner Heller (1908-1980), Bahnhofstraße, Anstreicher;
Beide nannte man nach dem "Zirkus Renz" so.
Rettemeyer
Bernhard-Heine, Expressfahrer; hatte seinem Gaul das Maul zugenäht (nach G. Grandpierre). Erhielt den ironischen Namen nach der großen Wiesbadener Spedition Rettenmeyer. Dieser Name wurde auch auf den Namen seiner Frau Karline übertragen, die die Arbeit ihres Mannes übernahm. Sie fuhr mit einem "Express-Karrnsche", einem Einachser
Ringeler >Modder-Gustav
fuhr eine Ringelwalze
Roos'sche
Blechner
Rote Link
Landwirt, Kreuzgasse, nach der Haarfarbe benannt
Rotkehlche
August Schäfer, dürrer Hals, war nach dem II. WK Gefängniswärter
Ruck-Zuck
Karl Simon (1884-1950), Ecke Graf-Gerlach- / Fürst-August-Straße, Justizbeamter; jedes 2. Wort von ihm war "Ruck-zuck".
Rückert-Jett
> Beste-Jett
Rumbusch
Willi Fuchs, Schillerstraße
Russe-Wilhelm, Wilhelm-Russ
Wilhelm Junior, Himmelsgasse, Bäcker und Konditor; das Café in der Himmelsgassehieß "Café Russ" im Volksmund. Der Vater Friedrich war Bäcker am Zarenhof in Petersburg (1917?), er war dort auf der Wanderschaft "hängengeblieben".

S
Saaf
Theodor Greuling, Am Bahnhof, Seifensieder
Sackei
Paul Seidel, Gemüsegeschäft im "Schiefen Haus" neben dem Rathaus.
Säubach
Heinrich Bach, Limburger Straße, aus Ketternschschwalbach, Leineweber und Ferkelbeschneider, dann Pferdekutscher bei der Brauerei Merz, hatte zehn Kinder, darunter >Bache-Dorzel, >Bache-Lustig und >Bache-Willem. Seine Frau war eine Cousine des Heimatdichters Rudolf Dietz.
Sandkönigin
Else Kappus, Wiesbadener Straße, Frau des >Kappese-Judd. Sie hatte viel Grundbesitz im Gebiet der Dyckerhoffschen Kalksandgruben (Wiesbaden-Biebrich).
Schabbel
Wilhelm Dietrich, Veitenmühlweg, Elektrizitätszentrale; Sohn >Diddelit
Schanste
August Beuerbach, Brüder: Brumm, Speckert und andere.
Deckte bei der Bäckerei Dietrich, vormals Reuter, in der Weiherwiese den Schornstein (= Schanste) der Backstube mit Brettern ab, so daß an diesem Tag kein Brot gebacken werden konnte.
Schauer
Fritz Schaar (1904-1978), Borngasse, Elektromonteur
Schatzgräber
Die, die den Münzenfund im "Löwen" machten und Teile davon zurückhielten.
Scheitelche, Scheitelmännche
Erich Petri, Rodergasse, Schulgasse, Spenglerei und Haushaltswarengeschäft; legt Wert auf einen stets tadellosen Scheitel.
Scheppe-Dicker
Adolf Schepp, Diehlstraße, Polizeibeamter; sein Bruder Hermann war Feldschütz.
Scheppkopp
1. Karl Baum, Metzger; seine Frau hieß "Waldfee", weil sie im Wald arbeitete.
2.........(lebt noch)
Schinke
Hermann Stringa (1904-1977), Schloßgasse, später Kreuzgasse
Schermsche
Gaspary vom Gericht, wohnte bei Schulers im Backsteinhaus
Schläfer
Feldschütz Link, schlief in der Kneipe immer ein, Sohn Eduard
Schloss-Kater
Willi Wagner, Separatist, Konditor, Agent (?), am Rathaus wohnend, kleiner Mann
Schmoller
Christian  Münster, Kreuzgasse, geb. 1866; Enkel: Heinrich M. jr.
Schnutje ...
Wilhelm Edingshaus, wohnte in >Treppenhausen
Scholtes
Jakob Guckes, Am Marktplatz, Gasthaus "Zum Tal"; war Schultheiß gewesen. Sohn >Cochum.
Schraube-Karl
Karl Kösting, Limburger Straße, Aral-Tankstelle Ecke Wiesbadener Str. / Grunerstraße (Stadtwaage), hatte eine Schraubenfabrik.
Schräubche
Karl Rübsamen, Obergasse, Bauingenieur
Schrubbscher
Best, Obergasse, Weißbinder, wohnte bei Winkler
Schrull
Lehrerin Weißärmel
Schütze-Bibbert >Bibbert
Schütze-Karl >Zwerchhinkel
Schuft
Hund des Gitarristen Louis Jacobi, wurde so zum Zigarrenholen geschickt:
"Geh´nitt zum Lahnstei, gih´zum Havanna-Link!"
Schuler-Jakob, Schuler-Törtchen
Jakob Schuler, Wiesbadener/ Limburger Straße, Gastwirt ("Zur Traube"), Idsteiner Original; Sohn Karl, Gastwirt
Schuster-Karl
Karl Michel, Wiesbadener Straße, Landwirt und Schuster. Seine Tochter, Lina, war die "Schuster-Karls Lina".
Schwarzer
Kilians-Schwarzer
Schweig
Adolf Tappé, Baugeschäft
Schwitzer
Hermann Best (1888-1955), Borngasse; verkaufte per Handwagen Speiseeis, schwitzte dabei unheimlich.
Selters-Max
Max Günther sen., hatte eine Selterswasserfabrik im > Risiko; das Selterswasser enstand durch Versetzen des Leitungswassers mit Kohlensäure, was damals durchaus üblich war.
Sensearsch
.....Debo, Kreuzgasse, Bauersfrau. Ihr Gesäß machte auf der Fahrt mit dem Pferdefuhrwerk mit der Sense Bekanntschaft.
Spanier
Bauer..... Hönge aus der Judengasse
Spatzert
Emil Berninger, Himmelsgasse, Kraftfahrer, Benennung nach seiner lebhaften Art. Sohn Karl
Speckert
Heinrich Beuerbach (1899-1960), Grunerstraße, Lebensmittelgeschäft; Benennung nach der Figur.
Spengler-Ärschchen >Aasch'che
Speckediwes
Spiegel-Hoffmann, Lebensmittelgeschäft, Wiesbadener Str.
Spitzbart
Karl Römer, Weiherwiese
Spitzbauch
Wintermeier, Mittelschullehrer
Starker
Karl Haberstock, Kreuzgasse, Vater war Nachtwächter. Der Name rührte vom körperbetonten Auftreten in der Schule her.
Stecher
Willi Feix, Friedrich-Ebert-Str. / Frickhöfferstraße, Zimmermann; sein Vater hatte immer den Stechschritt "drauf". Pflegesohn Willi Hanson
Steckeförschter
Christian Enders, der spätere Ehrenbürger der Stadt Idstein, war wegen einer Beinverletzung immer mit einem Wanderstock (Stecke) in Stadt und Wald unterwegs. Sein Sohn Horst (heute in Mainz lebend) erbte die Bezeichnung, diesmal aber wegen seiner "Länge". Bruder: Kurt
Sternguggern
Lina Greuling (1884-1945), Weiherwiese
Strobels-Kohn
Heinrich Strobel
Stumm-Blumm
Schneidermeister, Limburger Straße, war stumm.
Stumbe
1. Albert Rückert, als Fußballer "Eiserner Albert" genannt, auch: Rückers-Stumbe
2. Rübsamen, Kaffegasse
Süssling
Karl Seib (>Häwenner), nach einem Seitensprung mit der>Zuckerliss umbenannt.

T
Tante Dora
Fr. Leukel, Gaststätte "Taunus"
Teddy
Rudolf Dietrich, Bruder von > Diddelit, Lastwagenfahrer der Brauerei Merz, als Fußballer bekannt; war auch Fahrer bei dem Bauunternehmen Kolzem in der Bahnhofstraße.
Tertel
Kurt Pfaff, Lederfabrik

Kunstmaler Ernst Töpfer, wohnte im Töpferhaus (heute Höerhof) in der Obergasse. Tö war einem guten Tropfen, auch Ebbelwei, nicht abgeneigt.
Eines Tages ging es nicht mehr weiter: Die Freunde, Dr. Weber, Zahnarzt Dr. Maurer (>Mahnefranz) und Pfarrer Oskar Müller landeten auf dem Rückweg von der Hühnerkirche bei Wallbach im Straßengraben! Einer der so Gestrauchelten fragte den Pfarrer:"Oskar, glaabst du noch an die Ufferstehung?" Dieser:" Nit vor morje frieh!"
(glaabe= glauben, Ufferstehung= Auferstehung, morje= morgen, frieh= früh)
Tonie, Tooniee
Antonie Rückert, Ehefrau des Metzgers Rückert, Wiesbadener Straße (jetzt Metzgerei Grasmehr); sie sprach sehr langsam. Die strenge Aufteilung der Verantwortlichkeit für die Wursttheke (sie) und Fleischtheke (ihr Mann) führte zu zwei Klassikern :
"Willi, gebb mer mol der Fraa Bürschermeister ihrn Säunabbel" und:
"Willi, haach dochemol der Fraa die Knoche kabudd"
Trabbeler
Bauunternehmer Werner, trat an seinen Baustellen im beschwingten Zustand auf der Stelle hin und her, bevor er die nächste Gaststätte aufsuchte.
Tulles
Willi Rübsamen, Obergasse, dann Zuckerberg, Bäcker

U
Unleidlich
Wilhelm Wiegand, schwarzbärtig, Kommunist, Söhne Ernst (Diehlstraße), Kurt und Willi; Töchter: Emmi und Irene
Unser Schönesje
Röschen Roth (Mutter von Klawiggo ?), Grunerstraße, verheiratet mit Otto Häusler
Urian
Professor Neumann, trug immer ein Doppel-Cape (ein sogenannter McIntosh, wie ihn auch Sherlock Holmes trug), wohnte beim "Pferde-Stricker" (Ernst) in der Lautzstraße.
Use-Schmidt
.....Schmidt, Obergasse, Schneidermeister; er kam aus dem Usinger Ländchen.
Utschebebbes
Wurde den dunkelhäutigen Soldaten nordafrikanischer Herkunft nachgerufen; sie gehörten zur frz. Besatzung nach dem 1. Weltkrieg . Heute ein vielseitig verwendbares Schimpfwort der leichteren Sorte.
Ob der Spottname durch Nachahmung der fremden Sprache entstand oder als Zusammenziehung von den algerischen Garnisonen Oudjidda und Sidi bel Abbes abgeleitet wurde, ist ungewiss.
Utschert >Bremser
Otto Gruber jun.; Verletzungen und Blessuren, beim Fußball erworben, pflegten bei ihm zu "utschen", weh zu tun.

 

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